Inseratetexte für Mietwohnungen mit klarem Fokus

Das sind die meisten Wörter in den Immobilieninseraten.

Ein nicht abreissender Strom an Neubauinvestitionen und fehlende Investitionsalternativen haben in den letzten Jahren zu einer starken Angebotsausdehnung im Mietwohnungssegment geführt. Gleichzeitig hat die Nachfrage nach den neuen Wohneinheiten nachgelassen, da sich jüngst deutlich weniger neue Haushalte gebildet haben als noch in den Jahren von 2008 bis 2015. In der Folge ist die Zahl der leer stehenden Mietwohnungen auf 59’000 angestiegen, was 2.6% aller Mietwohnungen ausmacht. Für viele ausgeschriebene Mietobjekte lassen sich entsprechend immer schwerer Abnehmer finden, wodurch auch die Bedeutung der Inseratetexte zunimmt.

Erheblich längere Vermarktungsdauern

Zwischen Anfang 2009 und Ende 2018 hat sich das quartalsweise inserierte Mietwohnungsangebot substanziell von 97’600 auf 160’400 Einheiten erhöht. Während 2009 deren mittlere Vermarktungszeit noch bei 30 Tagen lag, dauerte es 2018 schweizweit im Mittel 40 Tage, bis für ausgeschriebene Wohnungen neue Mieter gefunden wurden.

 


Entwicklung der Angebotsziffer / Leerstandsziffer für Mietwohnungen


 

In Regionen, die eine hohe Angebotsziffer aufweisen, das heisst, deren Verhältnis von inserierten Wohnungen zum Wohnungsbestand über 11 % liegt, beträgt die Vermarktungsdauer im mittel sogar zwei Monate (Abbildung oben). Erwartungsgemäss besteht ein enger Zusammenhang zwischen hohen Angebotsziffern und steigenden Insertionsdauern; dies ist bei der Betrachtung der Schweizer MS-Regionen ersichtlich (Abbildung unten). Während in der MS-Region Zürich mit einer Angebotsziffer von 3.1% die Vermarktungsdauer im Mittel 21 Tage beträgt, dauert es in der MS-Region Martigny mit einer Angebotsziffer von 15.5% und 61 Tagen fast drei Mal so lange einen, neuen Mieter zu finden.

 


Zusammenhang zwischen Angebotsziffer und Insertionsdauer


 

Inseratetexte unter der Lupe

Doch inwiefern haben Vermarkter bei der Ausschreibung von Objekten auf diese veränderten Bedingungen reagiert? Zu diesem Zweck wurden Mietwohnungsinserate im Zeitraum von 2012 bis 2018 einer Textanalyse unterzogen, in welcher die Nennung von Begriffen gezählt und im Zeitverlauf betrachtet wurde. Für die Inseratetexte aus dem Jahr 2018 wurden folgende fünf Begriffe am meisten verwendet:

  • Wohnung (1)
  • Küche (2)
  • Balkon (3)
  • CHF (4)
  • Zimmer (5)

Von den Top 20 Begriffen in den Inseratetexten aus dem Jahr 2018 haben folgende Begriffe, verglichen mit dem Jahr 2012, am meisten an Wichtigkeit zugenommen:

  • Badezimmer (+8 auf Platz 11)
  • Schlafzimmer (+8 auf Platz 14)
  • Einkaufsmöglichkeiten (+7 auf Platz 20)
  • Geschirrspüler (+3 auf Platz 12)
  • CHF (+2 auf Platz 4)

Grundsätzlich zeigt sich über die Jahre eine relativ stabile Wortwahl in den Mietwohnungsinseraten. Interessant ist jedoch, dass preisliche Angaben stark an Relevanz gewonnen haben. Wird die Analyse ausserdem nach ländlichen und urbanen Regionen differenziert, zeigen sich einige Unterschiede. In ländlichen Regionen sind es Charakteristiken des Objektes, die vermehrt genannt werden, so beispielsweise die Begriffe Parkplatz, Schlafzimmer, Badezimmer, Dusche, Waschmaschine und Geschirrspüler. Bei Mietwohnungsinseraten in urbanen Gebieten wird mit den Begriffen Bahnhof, Minuten, Zürich, befindet, und Einkaufsmöglichkeiten vermehrt auf die Lage des Objektes eingegangen.


Weitere Informationen

Für weitergehende Analysen zum Schweizer Immobilienmarkt können wir Ihnen die Frühlingsausgabe des «Immo-Monitorings» 2019 | 2 empfehlen.

MIt den interaktiven Indizes zu den Mieten in den Wohnungsinseraten behalten Sie einen Überblick über die neusten Entwicklungen.


Autor

Das ist unser Haris Skenderovic.

Haris Skenderovic

Datenmanager bei Wüest Partner seit 2017; M.A. HSG VWL; Schwerpunkte und Tätigkeitsgebiete: Datenmanagement und -controlling, Modellierung von Bestands- und Prognosemodellen, statistische Datenanalysen, regionalökonomische Analysen und Immobilienmarktforschung, Business Analyst.
haris.skenderovic@wuestpartner.com

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