Coworking Spaces weiterhin im Aufwind

Coworking Spaces

Der Markt für Coworking Spaces ist weiterhin am Wachsen: Mitte 2018 zählt Wüest Partner 228 Coworking Spaces in der Schweiz – bei der ersten Zählung im Jahr 2016 waren es noch 87. Damit hat sich die Zahl der Spaces in den vergangenen zwei Jahren fast verdreifacht. Nähere Analysen zeigen, dass das Angebot dabei nicht nur reichhaltiger geworden ist, sondern auch vielfältiger: Noch vor wenigen Jahren konzentrierten sich die Coworking Spaces vor allem in den Grosszentren, wo im Jahr 2017 mehr als die Hälfte der Neueröffnungen zu verzeichnen waren. In jüngster Vergangenheit dehnte sich das Angebot jedoch vor allem in den Klein- und Mittelzentren aus: Im letzten Jahr 2018 gingen nur noch rund 30 Prozent der Neueröffnungen auf das Konto der Grosszentren, während die Klein- und Mittelstädte 51 Prozent der neu eröffneten Coworking Spaces verbuchen konnten. Damit rutschten zuletzt auch Gemeinden wie Aarau, Wohlen (AG), Altdorf (UR), Burgdorf (BE), Payerne (VD), Sion (VS) und Monthey (VS) auf die Liste der Coworking Spaces. Und das Angebotsspektrum reicht noch weiter – selbst in vereinzelten Tourismusdestinationen wie Laax, Davos, Zweisimmen oder Anniviers wird bereits mit flexiblen Arbeitsplätzen inklusive Alpenpanorama und frischer Bergluft geworben.

 


Coworking Spaces in der Entwicklung


 

Coworking Spaces: Rasantes Stellenwachstum bei Kleinunternehmen

Begünstigt wird die rasante Entwicklung der Coworking-Landschaft Schweiz durch ein freundliches Marktumfeld und Impulse am Nachfragemarkt: Zum einen hat die Beschäftigung im Dienstleistungssektor zuletzt wieder angezogen. Viele der Wachstumsbranchen zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Kleinunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten aus. Dazu zählen allen voran die Unternehmens- und Steuerberater, wissenschaftliche und technische Dienstleister sowie Unternehmen, die in der Immobilienbranche tätig sind. Ein Blick in die Unternehmensstruktur des tertiären Sektors zeigt, dass zwischen 2011 und 2016 die meisten neuen Stellen in kleinen Dienstleistungsunternehmen geschaffen wurden (ausgenommen Gastgewerbe, Handel, Verkehr und Gesundheitswesen). Es liegt auf der Hand, dass die Nachfrage nach Büroflächen damit immer vielfältiger wird. So sind nicht nur zunehmend kleinere Flächen gefragt; stark an Bedeutung gewonnen hat auch die Flexibilität bezüglich der Mietdauer. Und genau davon profitieren die Anbieter von Coworking Spaces, denn viele Start-ups setzen bei der Wahl des Firmenarbeitsplatzes auf Coworking Spaces anstatt auf herkömmliche Büros. Diese bieten flexible Arbeitsplatzlösungen und reduzieren damit das finanzielle Risiko, das im Fall einer klassischen Büromiete durch fixe, zumeist längerfristige Mietvertragslaufzeiten und allfällige Investitionen in die Büroinfrastruktur entstehen würde.

Wandel der Arbeitswelten

Zum anderen erklärt sich die gesteigerte Nachfrage nach flexiblen Arbeitsplätzen auch durch den Wandel der Arbeitswelten, denn die Digitalisierung erlaubt eine Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Das Arbeiten wird zunehmend vernetzt und der Informationsaustausch kann prinzipiell von überall und zu jeder Uhrzeit erfolgen. Dies eröffnet dem Arbeitnehmer neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel mobiles Arbeiten durch die Nutzung von Coworking Spaces. So sind die Nutzer von Coworking Spaces neben Freelancern, Start-ups und Kleinunternehmen immer häufiger Mitarbeiter von Unternehmen, die ihren Mitarbeitern mehr Flexibilität einzuräumen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Tätigkeit an einem Ort abseits des Firmenstandortes auszuführen.

Lageprofil von Coworking Spaces

Die Lagen, an denen die Betreiber von Coworking Spaces ihre Standorte eröffnen, zeichnen sich im Vergleich zum klassischen Büromarkt Schweiz aus durch:

  • eine überdurchschnittlich gute Erreichbarkeit (öffentlicher Verkehr)
  • eine geringere Nähe zu lokalen Zentren (112m im Durchschnitt)
  • eine hohe Beschäftigungsdichte und ein hohes Passantenpotenzial
  • eine Lokalisierung vorwiegend in Grosszentren

Weitere Informationen

Wüest Partner führt eine Datenbank über die bestehenden Coworking Spaces in der Schweiz und hat bereits mehrere Studien rund um das Thema Sharing Economy und deren Auswirkungen auf den Immobilienmarkt durchgeführt. Die Ergebnisse finden Sie unter anderem in den folgenden Publikationen:


Autorin

Ines von der Ohe

Ines von der Ohe

Senior Consultant bei Wüest Partner (Mitarbeiterin seit 2013); M.Sc. in Geography; Schwerpunkte und Tätigkeitsgebiete: Immobilienmarktanalysen, regionale Marktberichte, Autorin Immo-Monitoring, GIS-Analysen.
ines.vonderohe@wuestpartner.com

3 thoughts on “Coworking Spaces weiterhin im Aufwind

  1. Coworking Spaces are very useful for people who want to work anywhere in the world with a suitable atmosphere, rather than staying at home, as it might not be as motivating. Check out the Coworking Lausanne when you are in the area 🙂

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