Stadt aus Holz – Die Hotspots des Holzbaus

Holzbau bei der Konstruktion

Holz als Baumaterial wird häufig mit rustikalen Chalets im ländlichen Raum assoziiert. Doch in jüngster Zeit macht sich ein neues Phänomen bemerkbar: Der Holzbau erobert die Städte. Mehrgeschossige Wohngebäude mit mehreren hundert Wohnungen, grosse Bürokomplexe bis hin zu Hochhäusern aus Holz machen weltweit Schlagzeilen.

Holzbau mit unterschiedlichen Marktanteilen

In der Schweiz liegt der Marktanteil von Holz im Wohnungsneubausegment seit 2005 relativ konstant bei 4-7%. Betrachtet man nur Mehrfamilienhäuser verdoppelte sich im selben Zeitraum der Marktanteil von 2 auf 4%. Während der Marktanteil von Mehrfamilienhäusern aus Holz in agrarischen Gemeinden im Schnitt bei 12% liegt, haben Zentren einen Holzbauanteil von 5% und suburbane und einkommensstarke Gemeinden von 3% zu verzeichnen. Vergleicht man hingegen die absoluten Investitionen, wird in Zentren 20-mal mehr Holz verbaut als in agrarischen Gemeinden. Die Bautätigkeit hat klar ihren Schwerpunkt in städtischen Gebieten und auch der Baustoff Holz wird beim Rohbau von Mehrfamilienhäusern zu über 70% im urbanen Raum eingesetzt.

Holzbau gif

Perspektiven für Investoren

Spitzenreiter im Holzbau sind Zürich, Saanen, Appenzell, Bagnes und Einsiedeln. Die folgende Animation zeigt die während der letzten zehn Jahre holzbaustärksten Gemeinden mit dem jeweils auf den Rohbau von Holzbauten entfallenden Baukosten (Mio. CHF) von Neubauten im Wohnsegment. Auffällig ist, dass der Anteil von Holz an den gesamten Neubauinvestitionen sehr grossen Schwankungen von 3.5% in Zürich und Lausanne auf bis zu knapp 40% in Lenk unterworfen ist. Dabei wird deutlich, dass die Grossstädte unter den absoluten Spitzenreitern, Zürich, Basel, Winterthur und Lausanne, jeweils Marktanteile von maximal 7% aufweisen.

Werden nur die Neubauten der letzten beiden Jahre betrachtet, zeigt sich ein deutlich anderes Bild. Lausanne und Lugano klettern auf die ersten beiden Ränge, Appenzell kann seinen dritten Platz halten und Basel und Sion nehmen die Plätze vier und fünf. Interessant ist wiederum ein Blick auf die Grossstädte. In Lausanne und Basel ist der relative Marktanteil auf über 8% bzw. 10% gestiegen, wohingegen er in Zürich auf 2.6% gesunken ist.

Insgesamt verdeutlichet die Höhe der absoluten Neubauinvestitionen, dass über kurz oder lang Städte als Holzbau-Hotspots bezeichnet werden können. Gleichzeitig weisen die relativ geringen relativen Marktanteile insbesondere in den Grossstädten auf das enorme Potenzial für einen vermehrten Einsatz von Holz hin. Holz als natürlich nachwachsender, lokal-verfügbarer Baustoff findet den Weg in die Stadt und kann dabei in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht Vorteile bieten.

Interessieren Sie vertiefte Analysen und spannende Diskussionen zu diesem Thema? Dann besuchen Sie die Veranstaltungsreihe «Stadt aus Holz – Megatrends als treibende Kräfte» von Wüest Partner und Espazium. Im Rahmen dieser Veranstaltung können Sie auch an geführten Besichtigungen von Lignum teilnehmen.

Weitere Informationen und Anmeldung finden sie hier.


Autoren

Portrait Julia Selberherr

Julia Selberherr

Director bei Wüest Partner seit 2018 (Mitarbeiterin seit 2014), Dr. sc. ETH Zürich, Bauingenieurin und Betriebswirtin; Schwerpunkte und Tätigkeitsgebiete: strategische Beratung sowie Begleitung, Bewertung und Optimierung bei Projektentwicklungen; Bewertung von Arealen, Einzelliegenschaften und Immobilienportfolios; lebenszyklusorientierte Projekt- und Liegenschaftsbeurteilung
julia.selberherr@wuestpartner.com

Authors - Portrait Stefan Meier

Stefan Meier

Partner bei Wüest Partner seit 2013 (Mitarbeiter seit 2000); Dipl. Arch. ETH, MAS in Marketing Management UniBS; Schwerpunkte und Tätigkeitsgebiete: Projekt- und Quartierentwicklung, Areal- und Liegenschaftsbewertung, Projekt- und Liegenschaftsbeurteilung.
stefan.meier@wuestpartner.com

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